UNTER DER HERRSCHAFT DES DOGEN VON VENEDIG

Die Grafen Serego führten Verbesserungen und neue Anpflanzungen ein, darunter Reis und Reben, was den Distrikt von Fiumenovo zu einem begehrten Gebiet für jene Adeligen machte, die sich als landwirtschaftliche Unternehmer betätigten.
Dass die Serego Weinliebhaber waren, geht aus dem großen Briefwechsel mit den Gutsverwaltern hervor, in dem oftmals auf den Wert dieses Produktes hingewiesen wird. Wenige Beispiele dürften genügen, um deutlich zu machen, dass die auf Sandboden gewachsenen Trauben in der Zwischenzeit zu einem gefragten Nahrungsmittel an der Tafel der Herrschaften, aber auch der Landarbeiter geworden waren. Am 4. September 1527 wandte sich Graf Alberto an seinen Verwalter Nicolò a Cucca (Veronella), um ihn aufzufordern, dafür zu sorgen, dass „die Trauben nicht geklaut werden“.
Weiterhin schrieb er: „Vergesst nicht, Trauben für den gekochten Wein beiseite zu legen“. Und am 5. Januar 1528: „Noch ein vezodeto voll gefülltem Wein geschickt“.
Die Reben hatten einen großen Stellenwert sowohl für die Republik Venedig, wie auch die Rektoren der Städte, wie aus den „Regule“ von Cologna aus dem Jahr 1432 hervorgeht, die 1593 in das Statut einflossen.
Unter der Herrschaft Venedigs konnte das Colognese-Gebiet von etwa sechzig Adelsfamilien profitieren, die den Wasserreichtum zu nutzen verstanden, um die von Gestrüpp überwucherten Böden fruchtbar zu machen, und die Sümpfe trockenlegte, wodurch sie Land für Getreide- und Weinbau gewannen. Im gesamten Gebiet errichteten sie Villen, Palazzi und Gutshöfe, die das architektonische Bild einer Landwirtschaft prägten, die in den Höfen ihre vitalen Zentren hatte.
Das Colognese-Gebiet war eine bevorzugte Gegend der Republik Venedig: Das dem Dogen unterstellte und eng mit der Lagunenstadt verbundene Territorium lieferte ausreichend Wein, Korn und Hanf, auf die die Venezianer nicht verzichten konnten. Dies erklärt auch, weshalb 1870 in Cologna eine landwirtschaftliche Akademie eingerichtet wurde.
Das 18. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Akademien, doch viele davon, auch die in Cologna, wurden von der Revolutionswelle von Napoleon beiseite gefegt. Überlebt hatten die Zweige Landwirtschaft, Wissenschaften und Literatur in Verona, die eine treibende Kraft für die Erneuerung der Landwirtschaft und insbesondere des Rebenanbaus darstellten anche in questo territorio.