GESCHICHTE EINER STRATEGISCHEN GEGEND

Unter römischer Herrschaft erstreckte sich der Rebbau vermutlich über das Gebiet Verona - Colognola - Soave - San Bonifacio.
Die damals angebaute Rebsorte ergab die rätische Traube, und gewonnen wurde der Wein mittels Pressung der Trauben in der Kelterwanne oder in Pressen mit einfachem Hebel.
Aufbewahrt wurde er in tönernen Amphoren unterschiedlicher Form, von denen einige im Archäologischen Museum in Cologna Veneta zu sehen sind.
Über die Veroneser Häfen gelangte er bis nach Venedig und Aquileia.
Zwei Kommunikationswege machten diese Gegend interessant für die Römer: die Etsch (Fluss) und die Porcilana (Straße), die in die Via Postumia mündete.
Beide leisteten ihren Beitrag zur Entwicklung der Weinproduktion im gesamten Gebiet von Verona. Die Reben wurde auf kleinen Parzellen, oftmals in Symbiose mit anderen Kulturen angebaut.
Bevorzugt wurde das Hügelgebiet, doch auch die Ebene war nicht verschmäht, wo sich die Triebe an den Ästen anderer Pflanzen halten konnten.
Die Verbreitung der Rebe im östlichen Gebiet von Verona erfolgte sicher zu Römerzeiten, erlebte jedoch einen neuen Aufschwung im Mittelalter.
Unterstützung kam von der christlichen Religion durch die Verwendung von Wein in der Eucharistie.
Mehr noch aber war es die Möglichkeit des Weintransportes, der zur Verbreitung dieses Getränkes beitrug, das immer mehr Personen zugänglich war.
Mönche (insbesondere die Benediktiner) und der Klerus waren ausschlaggebend bei der Urbarmachung der Böden, wo einst die Nebenläufe der Etsch frei verliefen.
Belegt ist inzwischen, dass die Etsch im römischen Zeitalter einen ausreichend stabilen Flusslauf besaß und in Stadtnähe jeweils befestigte Ufer hatte.
Die Schichtenkunde belegt den Weinanbau und die Pfropfungen in dieser Gegend sowie die Produktion von Sandwein, der auf eben dieser Bodenbeschaffenheit beruhte.
Die Etsch hat mit ihrem mal ruhigen, mal stürmischen Verlauf sehr zur Sedimentbildung der Gegend beigetragen und unterschiedliche Materialien angeschwemmt, darunter Kies und Sand.
Die in dieser Umgebung verbreiteten Pfarrkirchen entstanden und entwickelten sich unter Einwirken der Benediktiner.
Das gesamte Gebiet links der Etsch wurde mit einem Namen bezeichnet, Fiumenovo, und bestand größtenteils aus Schwemmland, wo einstmals Wälder und Gestrüpp, kleine Seen.
In den Unterlagen zur Besitzinventur, in Schenkungsurkunden, Pacht- und Verkaufsverträgen erscheint unweigerlich die Erwähnung des Weins und seiner Zubereitung.